Geben Sie den Pflanzen neuen Schwung

Werden die Triebe immer breiter, bedrängen sich gegenseitig und bilden sich Kahlstellen im Inneren, wird es Zeit für das Verjüngen und Teilen von Stauden und Gräsern. Es sind mehrjährige Pflanzen, die nicht verholzen und jährlich aufs Neue aus den Überwinterungsorganen austreiben.
Ungeteilte Pflanzen werden mit den Jahren nicht nur größer und breiter. Wenn sie sich gar bedrängen und nicht mehr genug Platz haben, werden sie krankheitsanfälliger, schwächer und somit auch blühfauler. Im Frühjahr, wenn der Boden etwas abgetrocknet ist, hat sich das Teilen alle paar Jahre bewährt.

Teilen mit dem Spaten

Nehmen Sie einen scharfen Spaten und stechen um die Triebe herum die geteilt werden sollen. Entnehmen Sie nun das gesamte Stück vorsichtig aus dem Boden heraus und schütteln die Erde ab. Nun durchtrennen Sie mit dem scharfen Spaten den Wurzelstock in mehrere Teile. Achten Sie bitte darauf dass die abgetrennten Stücke mindestens faustgroß sind und mehrere gesunde Triebe beherbergen. Sollten Sie beschädigte Wurzeln entdecken dann können Sie diese problemos circa 15 Zentimeter kürzen. Wenn alles erledigt ist, können Sie die Pflanzenstücke erneut einplanzen. Geben Sie dabei eine neue, nährstoffreiche Erde hinzu und nicht die ausgehobene. Gern können Sie die neue Erde auch mit Kompost anmischen.

Pflanzen die Sie teilen müssen

Astern, Mädchenauge, Rittersporn, Margeriten, Chinaschilf und viele mehr sind Beispiele für Pflanzen, die sich mit den Jahren immer weiter ausbreiten und andere verdrängen. Wie Ihnen bestimmt schon einmal aufgefallen ist, verkahlen rießige Stauden meist von innen. Deswegen müssen große Staudenarten alle paar Jahre geteilt werden.
Auch bei Stauden, deren Erneuerungsknospen jährlich weiter aus dem Boden herauswandern, hat sich das Teilen bzw. tiefere Neupflanzen bewährt. Beispiele sind Herbstanemonen, Astilben, Silberkerzen und Purpurglöckchen. Bei Pflanzen mit dickfleischigen Wurzelstöcken wie Bergenie werden die Rhizome, das sind unterirdische bewurzelte Sprossteile, entnommen und von anhaftender Erde befreit. Von den Seitentrieben schneidet man mit einem scharfen Messer etwa zehn Zentimeter lange Teilstücke ab. Diese müssen mindestens eine Triebknospe besitzen. Nach kurzem Antrocknen pflanzt man die Teilstücke am neuen Platz so tief wie die Pflanze vorher war.
Während für die meisten Stauden und Gräser der Zeitpunkt des Teilens im zeitigen Frühjahr liegt, sollten Gemswurz, Gedenkemein, Kaukasusvergissmeinnicht und andere Frühlingsblüher erst nach der Blüte geteilt werden.